Neue Datenschutzrichtlinie: TikTok sammelt biometrische Daten

Sascha Schmidt

TikTok analysiert Gesichter, Köpermerkmale und mehr

Die Social Media Plattform TikTok hat ihre Datenschutzrichtlinien für die US-Region angepasst. Damit räumt sich der Konzern ab sofort das Recht ein, Gesichts- und Sprachdaten seiner Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln und analysieren.

TikTok erfreut sich insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen großer Beliebtheit. Die Datensammelwut des Dienstes sorgt jedoch immer wieder für Schlagzeilen. So sammelt die App unter anderem Informationen über die SIM-Karten, Standortinformationen sowie Apps und Dateien des Endgeräts, auf dem die App installiert ist.

Mit der neuesten Änderung der Datenschutzrichtlinie analysiert der Dienst nun auch Bild- und Sprachinformationen von Postings. Konkret ist in den Richtlinien die Rede von sensiblen Gesichts- und Körpermerkmalen, der Art der Sprache und dem Text, der in den Beiträgen gesprochen wird. Offiziell werden diese Daten unter anderem für Funktionen der Barrierefreiheit und der Anzeige von personalisierter Werbung genutzt. In den USA ist das Sammeln von biometrischen Daten in einigen Bundesstaaten genehmigungspflichtig, jedoch nicht in allen. Auf Anfrage des Branchenmagazins Techcrunch gibt TikTok an, die erforderlichen Genehmigungen noch einzuholen. Weshalb eine Anpassung der Datenschutzrichtlinien vor der Einholung der Genehmigungen stattfand, bleibt unklar. Auch in Europa ist mit einer baldigen Anpassung der Richtlinien TikToks zu rechnen. Da hier der Datenschutz wesentlich strenger ist, werden die Änderungen zumindest in offizieller Form vermutlich anders ausfallen als in den USA.  

Mehr Informationen zu sozialen Netzwerken finden Interessierte hier.

Sascha Schmidt

Diese Seite teilen: