Wahl-O-Mat & Co. — Tools zur Bundestagswahl im Unterricht

Anja Stein

Digitale Hilfe bei der Wahlentscheidung

Kurz vor der Bundestagswahl gibt es noch sehr viele Menschen, die nicht wissen, für wen bzw. für welche Partei sie stimmen werden. 40% der Wählerinnen und Wähler sind noch unentschlossen (vgl. FAZ). Als Orientierungshilfe bietet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Wahl-O-Mat. Inzwischen gibt es darüber hinaus noch weitere digitale Hilfsmittel, die den Abgleich der eigenen Ansichten mit den Zielen von Parteien oder sogar einzelnen Kandidierenden vereinfachen.

Logo Wahl-O-Mat mit Sprechblase "Du hast die Wahl!"

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 | Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Bereits etabliert: der Wahl-O-Mat inklusive Unterrichtsmaterial

Den Wahl-O-Mat gibt es schon seit 2002, also seit bald 20 Jahren. Ein Frage-Antwort-Tool, das zeigt, welche Partei der politischen Position des jeweiligen Wählers am nächsten steht. Es gibt den Wahl-O-Mat auch als App und als analoge Version, den Wahl-O-Mat zum Aufkleben.

Für den Einsatz im Unterricht bietet die Bundeszentrale Unterrichtsmaterial mit an.

Zwei Smartphones zeigen die Ansicht der App "face the facts"

Wahlplakate scannen mit "face the facts" | facethefacts.app

„Face the Facts“ gibt Wahlplakaten mehr Aussagekraft

Neu ist die App Face the Facts. Man scannt mit dem Smartphone ein beliebiges Wahlplakat und erhält dann übersichtlich zusammengefasst, für welche Inhalte der oder die abgebildete Kandidierende steht. Auch ohne ein Wahlplakat vor sich zu haben, kann man Informationen zu Wahlkandiatinnen und -kandidaten abrufen. Indem man eine Postleitzahl eingibt, erhält man beispielsweise Informationen zu den Kandidierenden des zugehörigen Wahlkreises. Die Nützlichkeit der App steht und fällt mit der Auskunftsbereitschaft der Kandidatinnen und Kandidaten.

„Die Daten stammen alle aus frei verfügbaren Quellen wie Wikipedia, Abgeordnetenwatch oder direkt den Seiten der Parlamente. Wir tragen sie nur zusammen und bereiten sie besser auf.“ (Face the Facts)

Je weniger eine Kandidatin oder ein Kandidat im Internet von sich preisgibt, umso weniger findet sich in der App. Über bekanntere Kandidierende gibt es häufig mehr Informationen als über weniger Bekannte. Bei der Entscheidung, wem man seine Erststimme im eigenen Wahlkreis geben möchte, hilft die App daher ggf. weniger. Bei der Entscheidung, welche Partei man mit der Zweitstimme in den Bundestag wählen möchte, kommt man recht gut weiter.
Face The Facts ist ein Projekt von Studierenden und wurde open-source und non-profit entwickelt. Die App ist für Android- und Apple-Geräte in den jeweiligen Stores verfügbar.

Logo Wahlswiper in Form eines weißen "W"

WahlSwiper | voteswiper.org

WahlSwiper – eine Art „Kandidierenden-Tinder“

Ähnlich der beliebten Dating-App Tinder funktioniert der WahlSwiper. Die App zeigt Thesen an, die man durch einen Wisch nach links ablehnen oder durch Wischen nach rechts bestätigen kann. Ist man sich nicht sicher, wie man eine These bewerten möchte, kann man sie nach oben „swipen“, um sie zu überspringen. Am Ende wählt man die Parteien aus, mit denen man seine Übereinstimmungen abgleichen möchte.
Man kann im Nachhinein Antworten ändern, anders gewichten oder gezielt mit bestimmten Parteien vergleichen. Sehr hilfreich: die Parteien begründen bei der Mehrzahl der Thesen, weshalb sie dieser zustimmen oder sie ablehnen.
Insgesamt ähnelt der Wahlswiper in seinen Funktionen dem Wahl-O-Maten sehr, ist aber gerade für Jungwählerinnen und -wähler eine attraktive Alternative. Entwickelt und gepflegt wird der Wahlswiper vom gemeinnützigen Verein VoteSwiper in Kooperation mit der Universität Freiburg.
Die App steht für Apple- und Android-Geräte zur Verfügung, man kann den Wahlswiper aber auch im Browser nutzen.

Logo KandidierendenCheck mit Unterschrift "Mit welchem Kandidierenden aus Ihrem Wahlkreis stimmen Sie überein?"

KandidierendenCheck von abgeordnetenwatch.de | KandidierendenCheck

Kandidierenden-Check von abgeordnetenwatch.de

abgeordnetenwatch.de ist eine Internetplattform, über die Abgeordnete verschiedener Parlamente öffentlich befragt werden können. Daraus hervorgegangen ist der KandidierendenCheck. Man prüft hier Thesen auf Übereinstimmung mit den Kandidierenden (nicht mit einer Partei) eines Wahlkreises. Für die Entscheidung, wem man seine Erststimme geben möchte, kann dieses Tool hilfreich sein.
Voraussetzung für einen aussagekräftigen Vergleich ist, dass sich die Wahlkandidatinnen und -kandidaten den Fragen von abgeordnetencheck.de vorab gestellt haben. Dies ist in manchen Wahlkreisen leider nur zu einem geringen Prozentsatz der Fall.

Screenshot mit Text "Am 26. September ist Bundestagswahl! Wie einfach Wählen ist, zeigen wir dir in mehreren Schritten."

Wahlhilfe für Erstwählerinnen und -wähler | Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Wahlhilfe für Erstwählerinnen und Erstwähler

Vor der (ersten) Wahl sind häufig noch viele pragmatische Fragen offen: Wo und wie wählt man eigentlich? Wie sieht ein Stimmzettel aus und wie füllt man ihn aus? Was muss man zur Wahl mitnehmen? Zur Klärung dieser Fragen gibt es die Wahlhilfe zur Bundestagswahl 2021 der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Ein hilfreiches Tool für Erstwählerinnen und -wähler.

Wahl-O-Mat

face the facts

WahlSwiper

KandidierendenCheck

Wahlhilfe der bpb

Anja Stein

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