Dienstagskino: Religions- und Frömmigkeitsgeschichte im Zeitspiegel des Films

Ida

Die junge Polin Anna steht kurz vor dem Eintritt in ein Kloster. Zuvor stattet sie ihrer Tante Wanda in Warschau einen Besuch ab. Wanda erwarb sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit einen Ruf als erbarmungslose Richterin in Politprozessen. Sie eröffnet ihrer Nichte die wahren Hintergründe ihrer Familiengeschichte. Anna heißt in  Wirklichkeit Ida Lebenstein und ist eine Jüdin. Beide sind die einzigen Überlebenden. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise quer durch Polen zu ihren Wurzeln. In dem Dorf ihrer Geburt treffen sie auf den Denunzianten ihrer Familie. Die Begegnung in einem Hotel mit Lis, einem jazzbegeisterten Saxophonisten, erweist sich als prägend. Nach einer Liebesnacht ist es nun Idas eigener Wunsch, Nonne zu werden. Ihre Tante jedoch vermag die Last der Vergangenheit nicht mehr im Alkohol zu ertränken. Sie wählt den Freitod. In Polen kontrovers diskutiert bewegen sich die Protagonisten im Spannungsfeld der Themen Antisemitismus, Katholizismus und Kommunismus.

 

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