#DenkenFragenPosten – Umgang mit Kinderfotos in sozialen Medien

Madeleine Hankele-Gauß
Mädchen mit Schneemann

Tipps für Eltern zum Umgang mit Kinderfotos in sozialen Medien | Foto: Getty/Kamisoka

Start der Kampagne #DenkenFragenPosten des Deutschen Kinderhilfswerks

Wer kennt sie nicht: Fotos, auf denen ein Baby seinen Kartoffelbrei einmal quer im Gesicht verteilt oder ein Kleinkind sich eine Unterhose über den Kopf zieht? Solche Schnappschüsse aus dem Familienleben werden von stolzen Eltern gerne in sozialen Netzwerken oder per Messenger geteilt. Bei anderen Erwachsenen lösen diese Fotos meist die Reaktion hervor: „Ach, wie süß!“ Bei Kindern und Jugendlichen, die später solche Fotos von sich als Baby oder Kleinkind sehen, rufen sie jedoch schnell mal eine andere Reaktion hervor: „Ach, du Schreck!“

Damit der Schreck später ausbleibt, hat das Deutsche Kinderhilfswerk diese Woche eine Kampagne zum Umgang mit Kinderfotos in sozialen Medien gestartet. Der Kampagnentitel #DenkenFragenPosten verrät bereits, welche drei Schritte die Koordinierungsstelle Kinderrechte Eltern empfiehlt, bevor sie Fotos ihrer Kinder teilen:

  • Schritt 1: Denken
    Die geteilten Fotos werden Teil eines digitalen Fußabdrucks des Kindes. Nicht nur kann durch große Mengen an Fotos die ganze Kindheit öffentlich nachvollzogen werden. Auch können diese von anderen gespeichert, verarbeitet, weitergeleitet und im schlimmsten Falle sogar missbraucht werden. Zum Schutz der Privatsphäre ihrer Kinder sollten Eltern daher Fotos ihrer Kinder grundsätzlich nicht öffentlich teilen. Die Fotos sollten Kinder weder leicht bekleidet noch in intimen oder peinlichen Situationen zeigen. Empfehlenswert ist, mit Bekannten und Verwandten eine Vereinbarung zu treffen, Kinderfotos nicht ungefragt weiterzuleiten.

  • Schritt 2: Fragen
    Bevor Eltern ein Foto teilen, sollten sie ihr Kind ab dem Kindergartenalter fragen, ob es sich selbst auf dem Foto mag oder ob das Foto ihm womöglich peinlich oder gar unangenehm ist. Wie die Studie „Kinder.Bilder.Rechte“ aus dem Jahr 2018 offengelegt hat, haben Kinder häufig ein anderes Verständnis von Privatheit und Scham als ihre Eltern. Laut Studie ist den Kindern neben dem Bildinhalt insbesondere wichtig, Vertrauen zu den Personen zu haben, die das geteilte Foto sehen können. Daher ist es sinnvoll, mit Kindern auch über den Ort der Veröffentlichung, den Adressatenkreis und mögliche Folgen des Teilens zu sprechen.

  • Schritt 3: Posten
    Vor dem Posten eines Fotos sollten Eltern ihre Privatsphäre-Einstellungen auf sozialen Medien bewusst setzen. Der Freundes- oder Bekanntenkreis, mit dem Kinderfotos geteilt werden, bedarf dabei einer sorgfältigen Auswahl. Auch ein Umstieg auf alternative Messenger wie Threema oder Signal, die sensibler mit personenbezogenen Daten umgehen als der weitverbreitete Nachrichtendienst WhatsApp, sollte in Erwägung gezogen werden.

 

Landingpage der Kampagne #DenkenFragenPosten

Kapitel „Kinderrechte in sozialen Netzwerken“ (S. 35) in der Broschüre „Die Welt entdecken: Medien gehören dazu“

Digitaler Elternabend zu Kinderfotos im Netz

Madeleine Hankele-Gauß

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