League of Legends

Timo Bister
League of Legends

League of Legends | Riot Games, Inc. 2018 | ©

Der Dauerrenner unter den Online-Computerspielen

Neben aktueller Hype-Titel wie Fortnite oder PlayerUnknown‘s Battlegrounds ist League of Legends nach wie vor eines der meist gespielten Computerspiele. Auf YouTube und anderen Video-Plattformen findet man zu League of Legends nicht nur Gameplay-Videos, sondern eine große Vielfalt von Videos. Von News zu Änderungen im Spiel, bis hin zu aktuellen Diskussionen rund um den eSport-Bereich des Titels. Auch Übertragungen vom Amateur- bis zum Profi-eSport sind vielfach zu finden. Doch was begeistert die Spieler/-innen so sehr, dass League of Legends seit mittlerweile fast zehn Jahren zu den beliebtesten Spielen gehört?

Screenshot aus League of Legends

Screenshot aus League of Legends | Riot Games inc. 2018 | ©

Das Spielprinzip

League of Legends ist ein von Riot Games entwickeltes und 2009 veröffentlichtes Free-to-Play Multiplayer Online Battle Arena Spiel (kurz: MOBA). Man kann das Genre als einen Mix aus Strategie- und Rollenspiel verstehen. Das Computerspiel verfügt über eine isometrische Ansicht, also einer leicht schrägen Ansicht von oben. Die Spielgrafik ist stark an einen comicartigen Look angelehnt und die sogenannten Champions tragen dabei Waffen aus einem Repertoire aus Nachahmungen realistischer bis hin zu fantastischen (sofern sie überhaupt über Waffen verfügen). Gleichzeitig gibt es zwar Sterbeanimationen, aber auf Bluteffekte wird nahezu vollständig verzichtet, was in einer USK ab 12 Altersfreigabe resultiert. Im Spiel stehen den Spieler/-innen eine Vielzahl von verschiedenen Charakteren (im Spiel Champions genannt) zur Auswahl, die im Laufe eines Matches durch Levelaufstiege und bessere Ausrüstung verbessert werden können. Dafür erhalten die Spieler/-innen Gold, sowohl eine bestimmte Menge in festen Zeitintervallen, als auch für jeden besiegten NPC und andere Spieler/-innen. Zusätzlich sind im Wochen-Turnus verschiedene Helden frei verfügbar. Ziel eines solchen Matches ist es, das gegnerische Hauptgebäude, im Spiel „Nexus“ genannt, zu zerstören. Dabei stehen verschiedene Spielmodi zu Verfügung. Die Hauptmodi des Spiels sind der 3vs3- und der 5vs5-Modus. Dabei kann man sowohl alleine mit computergesteuerten Gegnern aber auch mit und gegen reale Spielerinnen und Spieler antreten.

Neue und alte Finanzierungsmöglichkeiten des Free-to-Play

League of Legends baut wie viele Free-to-Play-Spiele auf einen ingame-Shop, damit das Spiel rentabel bleibt. In diesem können Helden und kosmetische Gegenstände, wie Skins oder Animationen gekauft werden. Das Besondere an diesem Shop ist, dass sich Helden sowohl mittels der Echtgeld-Währung „Riot Points“ als auch mittels der ingame-Währung „Einfluss“ kaufen lassen. Skins und ähnliches lassen sich hingegen nur mittels der Riot Points kaufen. Zusätzlich zu diesem „klassischen“ Bezahl-Modell führte Riot Games im Jahr 2016, wie viele andere Publisher die viel diskutierten „Lootboxen“ ein. Diese lassen sich sowohl durch gutes Verhalten im Spiel verdienen oder auch direkt mit Riot Points kaufen. Gleichzeitig existieren leichte Einschränkungen für das Verdienen und dem Kaufen von Lootboxen. So können pro Woche maximal vier Kisten erspielt und am Tag maximal 25 Kisten gekauft werden. Im Zuge des Lootbox Diskurses hat Riot Games die Beutechance dieser Kisten bekannt gegeben, um die Kisten transparenter zu gestalten.

Darstellung der Karte "Kluft der Beschwörer"

Darstellung der Karte "Kluft der Beschwörer" | Wikimedia Commons/raizin | CC BY-SA 3.0

Weltweit wird League of Legends gespielt

Riot Games gab anlässlich des zehnjährigen Bestehens bekannt, dass League of Legends über 100 Millionen Spieler/-innen weltweit hat. Damit ist es eines der meist gespielten Titel der Welt, gehört aber nicht zu den ersten Spielen des MOBA-Genres. Dieses basiert ursprünglich auf der Community-Modifikation „Defense of the Ancients“ (kurz: DotA) des Computerspiels WarCraft III von Blizzard. Hier wurden die bis heute bekannten Standards des MOBA-Genre entwickelt: 5-gegen-5, eine symmetrische Karte mit drei Wegen, auf diesen sind pro Team und Weg zwei Türme platziert, die sowohl feindliche NPCs als auch Spieler/-innen angreifen, und zwischen den einzelnen Wegen befindet sich ein Dschungel mit verschiedenen NPC-Gegnern, die entweder zusätzliches Gold geben oder einzigartige Verstärkungen verteilen.

Der Wettbewerb im Spiel als Motivation

Der Erfolg des Spiels resultiert sicherlich aus dem starken Wettbewerbscharakter und der einfachen Zugänglichkeit des Spiels. Spieler/-innen können alleine, mit Freunden oder mit unbekannten Personen gegen andere Spieler/-innen antreten und sich mit ihnen messen. Dabei hilft das sogenannte ELO-System, welches ursprünglich ein Wertungssystem für Schach- und Go-Spieler/-innen ist. Damit beschreibt das Spiel das spielerische Niveau des Spieles als Zahl, an Hand derer die Ranglisten gebildet werden.
Helden werden verständlich erklärt und verfügen dennoch über eine Komplexität, die eine tiefe Auseinandersetzung mit den Charakteren fordert, so dass Spieler/-innen längere Tutorials und Guides zu neu veröffentlichten oder aktualisierten Helden hochladen und diese tausendfach geklickt werden.
Der Wettbewerbscharakter ist auch ein Grund warum League of Legends den eSport in Europa und Amerika geprägt hat. Schon zwei Jahre nach Release erfreute sich das Spiel großer Beliebtheit und erste Teams/Clans hatten sich gebildet, die kompetitiv gegeneinander in extra organisierten Turnieren antraten. Riot Games veranstaltete aus diesem Anlass 2011 die erste League of Legends World Championship, die Vorläufer-Turnierreihe der heutigen League of Legends Championship Series (kurz: LCS) mit einem Preisgeld von 100.000 US-Dollar. Mittlerweile gehört die LCS zu den meist gesehenen eSport-Formaten der Welt und zählte 2016 über 80 Millionen Zuschauer weltweit und konkurriert damit mit etablierten Sportarten wie Basketball oder Baseball.

Ausblick

League of Legends ist ein Spiel, dass trotz der neuen Battle Royale Spiele noch weiterhin oben in der Spielerrangliste stehen dürfte. Der einfache Zugang und die mediale Aufbereitung seitens der Community sorgen dafür, dass Spieler/-innen und Nicht-Spieler/-innen die Änderungen im Spiel und der Gemeinschaft verfolgen können. Die Möglichkeit Items nicht nur gegen Echtgeld, sondern auch gegen erspielte Währung kaufen zu können, prägt den Free-to-play Charakter des Spiels. Wehmutstropfen werden die Lootboxen bei diesem Titel bleiben. Im Zuge des öffentlichen Diskurses gab Riot Games die Beutechance ihrer Lootboxen bekannt. Die dazugehörigen Einschränkungen gleichen, im Vergleich zu den Forderungen von öffentlichen Institutionen, allerdings einem Tropfen auf den heißen Stein. 25 dieser Kisten können pro Tag maximal gekauft werden, währenddessen können Champions und Skins unbegrenzt gekauft werden, sofern noch nicht erstanden. Viele dieser Charaktere und Items sind für einen geringen Betrag verfügbar, welche zum bekannten Schneeball-Effekt führen können. Hier ist es notwendig, Kindern und Jugendlichen auf die Risiken der Mikro-Transkationen aufmerksam zu machen. Eine Möglichkeit direkt im Spiel die Käufe auf ein bestimmtes Limit zusetzen, beispielsweise gesichert durch ein zusätzliches Eltern-Passwort, gibt es nicht, da League of Legends anders als viele Free-to-Play-Spiele nur auf dem Computer veröffentlicht wurde. Zusätzlich können Riot Points auch im Einzelhandel als Prepaid-Karte erworben werden. Es bedarf also regelmäßiger Kontrolle und einer Sensibilisierung für das Thema In-Game-Kauf, damit das Spiel mit seinen Vorzügen auch ohne Bedenken gespielt werden kann.

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