Gutachten zur Entwicklung von räumlichen Lehr-Lernsettings für die Stadtmedienzentren Stuttgart und Karlsruhe

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Schulen für die Zukunft gestalten

Gutachten zur Entwicklung von räumlichen Lehr-Lernsettings

Schulen für die Zukunft gestalten – Gutachten zur Entwicklung von räumlichen Lehr-Lernsettings für die Stadtmedienzentren Stuttgart und Karlsruhe
Autoren: Prof. Dr. Frank Thissen und Prof. Dr. Richard Stang, Hochschule der Medien Stuttgart


Gesellschaftliche Veränderungsprozesse und technologische Entwicklungen stellen immense Herausforderungen für die zukünftige positive Entwicklung unserer Lebenswelt dar. Schulen als zentrale Institutionen zur Gestaltung von Bildungsbiographien sind hier auf besondere Weise gefordert.

Dabei muss Schule auf folgende Megatrends reagieren:

Individualisierung und die damit verbundene erhöhte Diversität sind Herausforderungen, mit denen sich Bildung auseinandersetzen muss. Dabei ist es wichtig, durch kommunikative Verknüpfung
individueller Kompetenzen die Grundlage für gemeinschaftliche Veränderungsprozesse zu liefern. Schulen sind Orte, in denen diese Verknüpung stattfinden kann bzw. muss.
Auch der Megatrend Wissenskultur ist von besonderer Relevanz. Durch den veränderten Umgang mit permanenter Wissensgenerierung auf allen gesellschaftlichen Ebenen wird der Zugang zu Bildung immer wichtiger und muss auf unterschiedlichste Weise realisiert werden.
Open Knowledge bietet hier neue Optionen aber auch Lebenslanges Lernen wird ein wichtiger Modus biographischer Gestaltung. Auch hier schaffen Schulen eine wichtige Basis.
Die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung hat zur Folge, dass Themen wie Konnektivität und neue Kompetenzen – z. B. Digital Literacy – größere Relevanz erhalten. Schule sollte dabei helfen, den Schülerinnnen und Schülern die Kompetenzen zu vermitteln, die dynamischen Herausforderungen nicht nur adaptiv bewältigen, sondern auch produktiv gestalten zu können.

New Work kennzeichnet einen grundlegenden Wandel in der Arbeitswelt, auf den auch Schülerinnen und Schüler vorbereitet werden müssen. Dabei geht es um individuelle Potentialentfaltung, Work-Life-Balance, örtliche und zeitliche Flexibilisierung der Arbeit sowie der aktive Einbezug aller Beteiligten in die Entscheidungsbildungsprozesse. Arbeit und Freizeit werden stärker miteinander verknüpft, als dies früher der Fall war. Neue Arbeitsmodelle schlagen sich auch in der Verortung der Arbeit nieder. Flexibles Agieren in den verschiedenen Kontexten wird immer wichtiger.
Der Megatrend Neo-Ökologie, in dessen Zentrum Sinnhaftigkeit, soziale Perspektiven und Nachhaltigkeit des eigenen Tuns stehen, erfordert individuelle Strategien, die eingeübt werden müssen. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie unser Leben in Anbetracht des Klimawandels gestaltet werden kann. Hier sind Schulen gefordert, grundlegendes Rüstzeug an die Hand zu geben.
Globalisierung ist ein zentraler Trend, der gesellschaftliche und ökonomische Problemlagen in einem weltweiten Ausmaß generiert. Die globale Komplexität, die sich scheinbar dem individuellen Zugriff entzieht, führt dazu, dass lokale und regionale Kontexte wieder stärker in den Fokus treten, da Menschen stets Verortung und Identität suchen. Schule sollte ein Ort sein, der Teil dieser Verortung und Identitätsbildung ist.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, wie Schule der Zukunft gestaltet werden sollte. Das vorliegende Gutachten der Professoren Dr. Frank Thissen und Dr. Richard Stang, Hochschule der Medien Stuttgart gibt einen Einblick in die genannten Herausforderungen und formuliert konkrete Ableitungen für die Gestaltung „räumlicher Lehr-Lernsettings“, die 1:1 auf Gestaltung von Schulen anwendbar sind.

 

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